Lagavulin 8 Jahre
Lagavulin 8 Jahre

Lagavulin 8 Jahre

Lagavulin ist einer der bekanntesten Namen unter den Islay Single Malt Whiskys. Natürlich greift Diageo tief in die Marketingtrickkiste (siehe Offerman Edition), damit das nicht nur so bleibt, sondern aggressiv weiter ausgebaut wird. Nichtsdestotrotz ist und bleibt Lagavulin 16 eine Bank und ist einer unserer absoluten Lieblinge. Vor einigen Jahren wurde der halb so alte Bruder Lagavulin 8 ins Standardsortiment aufgenommen. Stark getorft und ohne Sherryfassreifung will man hier einen etwas jüngeren und puristischeren Standard etablieren. Heute probieren wir, ob der „kleine Laga“ in Qualität und Geschmack überzeugen kann.

  • Single Malt
  • Schottland
  • Islay
  • 8 Jahre
  • 48% Vol.
  • Lagavulin
  • 68,42 €/l

Verkostung

Nase

Wir werden begrüßt von einer wahren Schlucht aus Rauch. Ein kaltes Lagerfeuer wird umschlossen von Holzkohle und einem leicht medizinischen Touch. Insgesamt finden wir ein Kaltrauchprofil mit Anklängen von Seetang und Meerwasser. Durch diese Wand muss man erstmal durch. Aber mit genug Zeit entwickeln sich hier die typischen Bourbonfassaromen. Primär Zitrus – dazu gesellen sich getreidige Noten von Hafer und ein Hauch Vanille. Subtile Töne von Eiche und Mandarinen runden die Nase ab.

Gaumen

Im Mund entfaltet der Malt seinen kalten Rauch. Er entwickelt ein cremiges Mundgefühl mit einer spannenden Note, die uns an Pfannenchampignons erinnert. Dazu kommt auch wieder eine wunderbare Maritimität von Algen, Meerwasser und einer gewissen mineralischen Komponente. Am Gaumen wird er dann nussig. Wir finden verbrannte Haselnüsse und eine Idee von Röstmandeln.

Abgang

Das Finish ist lang und getragen vom Rauch, welcher hier überraschenderweise etwas wärmend wird. Wir haben immer noch das maritime Aroma von Meersalz, jetzt begleitet von Eichenholz, der Zitrusnote, die wir vorher in der Nase hatten, und einer minimal erdigen Hülle.

Gedanken

Marcel

Marcel 83/100

Lagavulin 8 zeigt eindrucksvoll, dass weniger Alter nicht gleich weniger Charakter bedeutet – der kräftige Rauch und die maritime Note machen jede Verkostung zum Erlebnis. Wer sich auf den intensiven Peat einlässt, bekommt hier einen eigenständigen Klassiker, der Spaß macht und definitiv keine billige Kopie ist.

Sascha

Sascha 82/100

Mit seinem klar fokussierten Peat-Forward-Profil und der ausgewogenen Balance zwischen Rauch, Zitrus und maritimen Noten präsentiert sich Lagavulin 8 als technisch gut strukturierter Islay-Malt. Trotz der Jugend wirkt er reif genug, um als eigenständige Abfüllung zu überzeugen, auch wenn er nicht ganz an den 16-jährigen Bruder heranreicht.

Preis-Leistung: Gut

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Häufig gestellte Fragen

Wie unterscheidet sich der Lagavulin 8 Jahre geschmacklich vom Lagavulin 16 Jahre?

Der Lagavulin 8 Jahre präsentiert sich deutlich rauchiger und maritimer mit einem kälteren Rauchprofil und ohne Sherryfassreifung, was ihn puristischer macht. Im Vergleich ist der 16 Jahre weicher, komplexer und zeigt mehr süße Sherrynoten sowie eine intensivere Eichenholzprägung.

Welche Fassart wurde für die Reifung des Lagavulin 8 Jahre verwendet?

Der Lagavulin 8 Jahre reift ausschließlich in Bourbonfässern. Auf eine Sherryfassreifung wird bewusst verzichtet, um den torfig-rauchigen Charakter und die maritime Note stärker hervorzuheben.

Für wen eignet sich der Lagavulin 8 Jahre am besten?

Dieser Whisky ist ideal für Liebhaber von stark getorften, maritimen Islay-Whiskys, die einen jüngeren, intensiven Rauchgeschmack ohne süße Sherrynoten bevorzugen. Er passt gut zu Rauchfans, die einen kräftigen, puristischen Malt suchen.