Wolfburn 12 Jahre (2025)
Die nördlichste Festlandbrennerei Schottlands meldet sich mit einem Whisky zurück, der gleichermaßen Bodenständigkeit wie Finesse ausstrahlt: der Wolfburn 12 Jahre. Gereift in einer Kombination aus First-Fill-Bourbon-Barrels und Oloroso-Sherry-Casks, präsentiert er sich als klassischer Highlander mit einem modernen Twist. Mit 46,0 % Volumen, nicht kühlgefiltert und ungefärbt, tritt er unverstellt auf. Doch was steckt wirklich dahinter? Schauen wir genauer ins Glas.
Verkostung
Nase
Schon beim ersten Riechen öffnet sich eine süßlich-warme Landschaft, die man beinahe für ein Dessertbuffet halten könnte. Honig scheint in Strömen zu fließen, begleitet von einem feinen Zuckerhauch, der sofort an Konditorluft erinnert. Dazu gesellen sich Noten von Nashi-Birne – leicht, elegant, fast aristokratisch – und ein tieferer Akzent von Pflaumenmus, der Wärme und Fülle in die Nase bringt. Abgerundet wird dieser Eindruck von cremigem Toffee und sahnigem Karamell, als hätte jemand Toffifee in flüssiger Form destilliert. Die Nase wirkt insgesamt charmant, einladend und keineswegs aufdringlich.
Gaumen
Am Gaumen setzt sich diese Eleganz fort, allerdings mit einer kleinen Wendung. Die Fruchtigkeit rückt etwas in den Hintergrund und macht Platz für eine deutliche Getreidenote. Malzig, bodenständig, beinahe rustikal – so erinnert der Wolfburn 12 Jahre daran, dass Whisky auch immer eine Geschichte von Wasser, Malz und Fass ist. Gleichzeitig zeigt er eine breite Schicht Vanille, die sich cremig über den Gaumen legt und die Erinnerung an Bourbonfässer unmissverständlich wachruft. Wieder taucht das Toffifee-Gefühl auf: Milchschokolade, Karamell, Nuss – ein klassischer Dreiklang, der nie aus der Mode kommt. Alles wirkt cremig, vollmundig, ausgewogen – ein Whisky, der keine Kanten zeigt, sondern lieber die Harmonie sucht. Man könnte sagen: ein Gentleman im Glas, der statt Faustschlag lieber die Hand zum Gruß reicht.
Abgang
Im Abgang tritt schließlich der Sherry dezent auf die Bühne. Kein großes Drama, eher ein eleganter Nebensatz, der mit Würze und einer leichten Eichenbitterkeit das Finale strukturiert. Mittellang bleibt der Eindruck, nicht endlos, aber auch nicht flüchtig – genug, um Eindruck zu hinterlassen, aber zu bescheiden, um das Rampenlicht ewig zu beanspruchen. Interessant ist der fast maritime Hauch, der gegen Ende aufblitzt. Eine feine Brise Salzluft scheint durchzuziehen, subtil, aber unverkennbar – als wolle die Brennerei daran erinnern, dass Thurso nicht weit vom Meer entfernt liegt.
Gedanken
Marcel 79/100
Mit seinen 46 % zeigt der Wolfburn 12 Jahre, wie Genuss ohne Übertreibung gelingt – ein sanfter Highlander, der mit cremigem Toffee und einer Prise Humor punktet. Keine große Show, aber ein ehrlicher, trinkfreudiger Begleiter, der sich ruhig öfter ins Glas einladen darf.
Sascha 79/100
Der Wolfburn 12 Jahre überzeugt durch eine solide Balance zwischen Bourbon-getragenen Vanillenoten und einem dezenten Sherry-Finish, das dem Abgang Struktur verleiht. Technisch sauber, ohne Ecken und Kanten, bietet er ein harmonisches Profil, das in seiner Zurückhaltung eine angenehme Trinkbarkeit garantiert.
Preis-Leistung: Angemessen
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Häufig gestellte Fragen
Was macht die Reifung des Wolfburn 12 Jahre Whisky besonders?
Der Wolfburn 12 Jahre reift in einer Kombination aus First-Fill-Bourbon-Fässern und Oloroso-Sherry-Casks. Diese Fassmischung verleiht ihm eine ausgewogene Balance aus Vanillenoten und einer dezenten Sherrywürze mit einer feinen Eichenbitterkeit im Abgang.
Warum ist der Wolfburn 12 Jahre nicht kühlgefiltert und ungefärbt wichtig?
Das Nicht-Kühlfiltrieren und Ungefärbt-Lassen bewahrt die natürlichen Aromen und die Textur des Whiskys. Dadurch bleibt der Wolfburn 12 Jahre authentisch, mit voller Geschmacksvielfalt und einem natürlichen Aussehen, wie es die Brennerei beabsichtigt.
Welche Geschmacksnoten sind im Wolfburn 12 Jahre besonders hervorzuheben?
Charakteristisch sind süßliche Noten wie Honig, Toffee und Karamell, ergänzt durch fruchtige Akzente von Nashi-Birne und Pflaumenmus. Am Gaumen dominieren malzige Getreidenoten und cremige Vanille, abgerundet von einem dezenten Sherry-Finish mit einer leichten salzigen Meeresbrise.