Glen Moray 2007/2021 14 Jahre - Malts of Scotland
Es gibt Whiskys, die laden ein zum Philosophieren, andere zum Staunen. Und dann gibt es solche, die einen erst freundlich anlächeln – und einem im nächsten Moment eine Ingwerbombe auf die Zunge jagen. Der Glen Moray 2007/2021, abgefüllt von Malts of Scotland, gehört zur dritten Kategorie – eine überraschende und spannende Abfüllung aus der Speyside-nahe gelegenen Glen Moray Destillerie, gereift 14 Jahre im Bourbonfass, in kräftigen 56,3 % Vol., nicht gefärbt, nicht kühlgefiltert – ganz wie wir Puristen es lieben.
Verkostung
Nase
Kaum im Glas, beginnt das Aromenschauspiel. Die ersten Eindrücke? Pfirsich und Aprikose – Non-Stop. Reife, fast tropisch-satte Früchte, eingebettet in eine Süße, die an Gummibärchen erinnert – Haribo Tropifrutti lässt grüßen. Darunter mischt sich krümeliger Eistee, irgendwo zwischen Pfirsich und Schwarztee, ein Hauch von Honig, sehr klar, sehr floral, bevor sich eine cremige Vanillepuddingnote mit Schlagsahne dazugesellt. Es ist ein regelrechter Bourbonfass-Bouquet-Flash, der sich hier entfaltet. Wer denkt, er kennt Bourbonfassaromen, wird hier dennoch eines Besseren belehrt.
Gaumen
Der Antritt ist leicht krisselig, vielleicht der hohen Trinkstärke geschuldet, aber nie scharf – eher prickelnd wie ein Ingwershot, der mit einem Augenzwinkern gereicht wird. Dahinter öffnet sich eine cremige Textur, die an Vanillepudding anschließt. Zitrone, Litschi und Drachenfrucht bringen tropische Frische und Eleganz in die Aromenpalette. Der Kontrast ist spannend: Wo man sich anfangs fast schon in einem Dessert wähnt, schlägt die Würze mit Ingwer und leichter Zitrusfrische zurück. Das ist anders, denkt man. Und genau das macht Spaß.
Abgang
Der Abgang ist nicht übermäßig lang, aber angenehm. Honigsüße hält sich am Gaumen, Ingwer zeigt ein letztes Aufbäumen. Überraschend: Kaum Eiche. Für 14 Jahre im Bourbonfass eine Seltenheit – und ein Hinweis darauf, wie elegant hier mit Holz gearbeitet wurde. Kein Holzhammer, keine Bitterkeit, sondern ein sauberes Finish mit Nachhall.
Gedanken
Marcel 81/100
Dieser Glen Moray 2007/2021 ist wie ein guter Witz: Er lockt mit süßer Fruchtigkeit, nur um dann mit einer Ingwerbombe zu überraschen – ein echter Genuss für alle, die Whisky als Erlebnis sehen und Spaß am Unerwarteten haben.
Sascha 81/100
Die Balance zwischen tropischer Fruchtsüße und der würzigen Ingfernote macht diesen Glen Moray 2007/2021 zu einer strukturierten, aber dennoch unkonventionellen Abfüllung, die durch die dezente Holznote und die präzise Fassreifung besticht.
Preis-Leistung: Gut
Entdecke unsere Preis-LeistungssiegerHäufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst die 14-jährige Reifung im Bourbonfass den Geschmack des Glen Moray 2007/2021?
Die 14-jährige Reifung im Bourbonfass verleiht dem Glen Moray 2007/2021 intensive Aromen von Vanille, tropischen Früchten und einer süßen Note, die an Gummibärchen erinnert. Gleichzeitig bleibt die Holznote überraschend dezent und sorgt für ein elegantes, nicht bitteres Finish.
Warum ist der Glen Moray 2007/2021 mit 56,3 % Vol. nicht kühlgefiltert und nicht gefärbt?
Die Abfüllung bei 56,3 % Vol. ohne Kühlfiltration und Farbstoffe bewahrt die natürlichen Aromen und die volle Geschmacksintensität des Whiskys. Dadurch bleiben feine Texturen und Geschmacksschichten erhalten, was besonders Puristen schätzen.
Welche ungewöhnlichen Geschmacksnoten machen diesen Glen Moray Whisky besonders?
Neben klassischen Bourbonfass-Aromen bietet dieser Glen Moray überraschende Noten wie Ingwer, Litschi, Drachenfrucht und eine prickelnde Schärfe ähnlich einem Ingwershot. Diese Kombination aus süßen Dessertaromen und würziger Frische macht den Whisky spannend und einzigartig.